Charakter: Posmet

Posmet ist einer meiner ersten, richtigen D&D Charaktere. Ich habe vor ihm bisher nur einen Tiefling Mönch gespielt, das aber auch nur in der Adventurers League. Dazu vielleicht ein anderes mal mehr.

Charakterblatt Posmet

Die Geschichte von Posmet

Dies ist die Geschichte, wie es dazu kommt, dass ich - ein Hobgoblin, wenn auch gerade nicht in vorzeigbarer Form - hier vor euch sitze und euch diese Geschichte erzähle.

Meine Kindheit war normal, was für einen von meiner Sorte bedeutet, dass ich kurz nachdem ich zwei Kilometer ohne Pause laufen konnte, bereits mit scharfen Waffen herumhantierte. Ich muss etwa 4 oder 5 Jahre alt gewesen sein, damals. Und damit war ich noch einer der langsameren! Im Alter von 8 Jahren trat ich zusammen mit meinem jüngeren Bruder und meiner jüngeren Schwester, die Zwillinge und etwa ein Jahr jünger als ich sind, in die Militärränge ein.

Ich denke, wir waren in den Sternmetallhügeln mit einer kleinen Streitmacht von etwa 100 Soldaten stationiert. Es war tatsächlich nicht weit von hier, aber ich bezweifle, dass dort noch jemand von uns ist, denn das liegt schon mehr als 30 Jahre in der Vergangenheit. Das waren die guten Jahre! Saubermachen von den Waffen und Rüstungen der Kriegshelden, Nähen von Strohfeinden zu Trainingszwecken und so weiter…

Unsere Eltern hatten keinen hohen Stand in der Hierarchie, was uns Kinder anspornte, wer zuerst Mutter und Vater mit einem guten Rang stolz machen konnte. Das Letzte, an dass ich mich erinnere, ist, dass meine Mutter zum Rang des Speers befördert wurde. Mein Vater war mit seinen Waffenschmiedeposten und dem Rang einer Faust wohl zufrieden.

Aber keine Sorge, das ist wirklich eine der erfreulicheren Kindheiten für einen Hobgoblin! Ich hatte sogar einige Freunde in meinem Alter und dazu auch noch meine Brüder und Schwestern. In Kriegszeiten wäre das ganz anders gewesen…

Von hier aus geht es aber nurnoch bergab. Da Mutter nun den Rang des Speers trug, führte sie eine 10 Soldaten starke Phalanx an und wurde damit beauftragt, unsere Streitmacht von einem jungen grünen Drachen zu befreien, der unsere Späher im Niewinterwald von Zeit zu Zeit angriff.

Die kleine Gruppe verfolgte den Drachen in eine alte zerstörte Stadt, die ihr alle hier vielleicht kennt: Donnerbaum. Allem Anschein nach war sein Versteck aber leer, als sie es fanden und so haben sie sich ganz in der Nähe eingegraben, getarnt und zwei Tage auf der Lauer gelegen. Der Drache tauchte nicht auf. Nach einem weiteren Tag begann der Trupp mit den Vorbereitungen auf den Weg zurück, als sie von diesem hässlichen, grünen, giftspritzenden Ungetüm überfallen wurden!

Nur eine Handvoll kam bis in unser Lager zurück, nur einer davon überlebte das Gift oder was auch immer es war. Du kannst dir in etwa vorstellen, was das Zeug mit dir macht, wenn du mir ins Gesicht schaust. Eines der Opfer berührte mich, während es an seinen Händen war.

Portrait von Posmet

Ab diesem Zeitpunkt habe ich keinen einzigen Schönheitswettbewerb mehr gewinnen können… Ist natürlich nur ein Scherz, so etwas gibt es nicht, wenn man ein Hobgoblin ist.

Wie ihr vielleicht schon geahnt habt, kam auch meine Mutter nicht zurück und niemand wusste, wo sie war. Das führte dazu, dass ich in jeder freien Minute, in der ich nicht arbeiten oder schlafen musste, durch den gefährlichen Wald streifte.

Schon bald fing ich an, in allen möglichen Dingen ihre Leiche zu erkennen. Jedes Mal war es nur eine ungewöhnliche Form aus umgestürzten Bäumen oder Felsen und Ästen. Ich habe sie nie gefunden. Aber ich fand etwas anderes und das habe ich bis zum heutigen Tag behalten! Es ist natürlich kein Gegenstand, sondern die Angewohnheit herum zu wandern. Bevorzugt im Wald.

Aber ich habe etwas übersprungen, denn es waren nicht NUR die vielen Tage und Wochen, in denen ich durch den Niedwinterwald wanderte, die mich diese Angewohnheit behalten ließen. Denn eines Tages stieß ich auf eine Art Ruine.

Sie war sehr gut versteckt, in diesen überwucherten Abgrund bin ich fast versehentlich hinein gefallen! Selbst wenn ich es heute nochmal versuchen würde, werde ich diesen Ort wahrscheinlich nicht wieder finden können…

Aber wie es dort aussah! Viele Säulen, Boden und Wände aus bearbeitetem Stein, hätte von Menschen oder Zwergen sein können, aber ich war kein Experte und so sah es für mich einfach nur sehr alt aus.

Wie auch immer… Dort waren einige Gravuren an den Wänden, die ich nicht verstehen konnte, mit seltsamen Formen und Wesen. Auf einem kleinen Steintisch gab es fünf kleine Vertiefungen und in der Mitte einer davon einen runden Stein, wie eine Kugel. Die anderen vier waren leer.

Der Stein war gelblich und hatte etwa die Größe meiner Faust und schien eine raue Oberfläche zu haben, wie kein anderer Stein, den ich je gesehen habe. Ein Art gelber Nebel umgab ihn und ich schaute ihn ganz genau an.

Der magische Stein

Glaubt mir oder glaubt mir nicht, es sah wirklich wie eine kleine Wüste aus, mit Sandstürmen und kargen Steinebenen. Ich hatte Angst, ihn zu nehmen, nicht den Mut, ihn überhaupt mit der Hand zu berühren, aber er war einfach zu merkwürdig und so überkam mich meine Neugier nach einiger Zeit der Beobachtung.

In den folgenden Tagen und Nächten ging ich nicht in den Wald und starrte stattdessen stundenlang auf diesen Stein. Er leuchtete sogar nachts ein wenig bläulich, wie von einem Mond beleuchtet! In einer der Nächte hatte ich dann einen sehr seltsamen Traum.

Posmet im Sandsturm

Ich stand in der Wüste, um mich herum ein tosender Sandsturm! Ich war noch nie in der Wüste. Wenn ich so recht nachdenke, kenne auch nur die Wüste Aunaroch weit im Osten von hier und die Geschichten darüber sind alles andere als froh.

Der Sand unter mir jedenfalls bewegte sich die ganze Zeit und ich befürchtete, dass es Treibsand sein würde! Panisch kletterte ich auf eine der Steinplatten und stand dort eine Weile und starrte in den Sandsturm und konnte nicht weiter als ein paar Meter sehen.

Ich zwang mich, mich hinzusetzen, und auf den Wind des Sturms zu hören, und mich zu beruhigen. Das Rauschen des Sturms als Anker zur Ruhe nutzen. Das funktionierte besser als ich dachte und ich bin fast eingeschlafen.

Aber plötzlich war es still. Ohrenbetäubend still. Ich öffnete die Augen und sah, dass der Sand nicht mehr vom Wind verweht wurde, denn es gab keinen Wind mehr. Der Sand, jedes Korn hing in der Luft, regungslos. Alles war so still.

Dann hörte ich etwas, zuerst war es nur ein Flüstern aus der Ferne, es wurde lauter bis es dann ein Brüllen war und den Sand in der Luft allein durch die Lautstärke zu bewegen schien. Aber ich hörte es nicht mit meinen Ohren.

DU BIST MEIN SCHICKSAL

Nahm ich unter Tränen ob der Lautstärke wahr. Ich versuchte fest mit beiden Händen meine Ohren abzudecken aber es half nicht.

DU WIRST FÜR MICH GROßES VOLLBRINGEN

Diese Stimme benutzte eine bestimmte Art oder Reihenfolge der Worte, die mir sehr bekannt vorkamen. Aber nur nach langem Überlegen, kam ich darauf, dass es die Art war, wie meine Mutter mit mir gesprochen hat, als sie noch lebte.

Als der Sand in der Luft langsam im Bewegung geriet und es sanft zu rauschen begann, hörte ich die Stimme ein letztes Mal in diesem Traum.

DU BIST MEIN AUGE

DU BIST MEIN OHR

FOLGE MIR UND DU WIRST GROßES VOLLBRINGEN

Im nächsten Augenblick hörte ich mich schreien. Als ich zu mir kam, blickte ich in angsterfüllte Gesichtern meiner Brüder. Ich blickte nach unten und hielt den Stein in beiden Händen und schrie immer noch unter unvorstellbaren Schmerzen und sah nur kurz das letzte rötliche grün meiner Hautfarbe in dem Stein aufgesaugt werden bevor ich ohnmächtig wurde.

Einige unserer Gelehrten in Magie untersuchten mich eine ganze Weile, konnten aber nicht feststellen, was mit mir geschehen war. Als ich, bis auf die Hautfarbe, von den Gelehrten für Gesund erklärt wurde, wurden mein Vater und ich zur Battalionsführung gerufen, um zu erklären, was passiert ist.

Das Ding ist, wenn man bei uns nicht beauftragt wurde mit Magie zu hantieren, ist es strengstens verboten, sich damit überhaupt zu beschäftigen. Den besten Grund dafür hatte ich mir inzwischen selbst geliefert. Was wäre, wenn meine Geschwister den Stein gefunden hätten? Ich will es mir garnicht ausdenken. Wegen der großen Gefahr durch magische Artefakte und die Unfälle die damit bekannt sind gibt es harte Strafen für den Verstoß gegen diese Regel.

Die Strafe für mich lautete, dass entweder ich allein ins Exil geschickt werde, oder meine ganze Familie würde für eine Generation von allen Rängen ausgeschlossen werden. Die Entscheidung sollte in einer Woche der Battalionsführung mitgeteilt und ausgeführt werden. Bis zu diesem Tag wurde meine ganze Familie von jeder Arbeit enthoben und wurde vom gesamten Lager verachtet. Wer nicht mithilft, gilt als Hindernis.

Ich versuchte in dieser Woche allein zu sein. Anfangs war es nicht schwer, denn mein Vater wollte ohnehin nicht mit mir reden, aber irgendwann drängten mich meine Geschwister zu gehen. Zunächst überwog das Verständnis. Mit meinem Exil ermöglichte ich ihnen eine bessere Zukunft. Dieses Verständnis wich mit heranschreiten des Stichtages immer mehr der Verzweiflung und Trauer.

Zuletzt konnte ich nicht anders und unternahm einen Versuch mich bei Vater zu verabschieden, bekam aber keine Reaktion. Er sah mich nicht einmal an! Am Boden zerstört packte ich nur das, was ich für einen Monat brauchte. Und den Stein. Den Stein, dessen Sandsturm wütete, wie es auch in mir wütete.

Am Stichtag verkündete ich allein bei der Heeresführung, dass ich das Exil freiwillig antrete und wurde als Exilant markiert. Leider sehen diese blauen Tättowierungen identisch mit denen eines Verräters aus, aber inzwischen glaube ich, dass das absicht ist.

Nun, das ist der erste Teil meiner Geschichte, aber es ist ja jetzt auch schon spät, und ich bin müde. Es gibt noch mehr, soviel kann ich sagen. Wenn nichts spannendes passiert, könnte ich morgen Abend hier sein und weitermachen!

Lasst mich nachdenken…. Als ich einmal von einer Art Kult gefangen genommen wurde. Sie wollten mich ihren Göttern opfern, glaube ich. Aber da ich hier bin, sollte klar sein, dass ich es geschafft habe zu entkommen.

Die andere Sache, über die ich reden wollte…. was war es… ah nur die gewöhnlichen Geschichten der Abenteurer! Ich habe einen Freund und einen Feind gefunden, ihr wisst ja, wie das in anderen Geschichten läuft, oder?

Fortsetzung folgt.